
New Work im
öffentlichen Dienst
Der öffentliche Dienst verändert sich. Neben Digitalisierung und flexiblen Arbeitsmodellen rückt ein neues Verständnis von Arbeit in den Mittelpunkt. Unter dem Begriff „New Work“ werden Ansätze zusammengefasst, die mehr Selbstbestimmung, Sinnorientierung und Zusammenarbeit fördern. Was bedeutet das für Verwaltungen – und für Sie als Beschäftigte oder Bewerber:in?
New Work in der Verwaltung
Die Idee von „New Work“ geht auf den Sozialphilosophen Frithjof Bergmann zurück. Sein Leitgedanke: Arbeit soll Menschen stärken, nicht erschöpfen. Übertragen auf Behörden bedeutet das, Strukturen weiterzuentwickeln und Zusammenarbeit neu zu gestalten.
Agilere Zusammenarbeit:
Projektteams, interdisziplinäre Kooperation und flachere Hierarchien stärken Innovationsfähigkeit – trotz bestehender Verwaltungsstrukturen.
Flexiblere Arbeitsmodelle:
Mobile Arbeit und individuelle Arbeitszeiten berücksichtigen unterschiedliche Lebensrealitäten.
Mehr Wissenszugang:
Digitale Plattformen erleichtern Austausch und verhindern Silodenken.
Selbstverantwortung und Beteiligung:
Mitarbeitende bringen sich aktiv ein. Transparente Kommunikation und Beteiligungsformate fördern Motivation.
Konstruktive Fehlerkultur:
Fehler gelten als Lernchance und ermöglichen Weiterentwicklung.
Sinnorientierung:
Verwaltung arbeitet für das Gemeinwohl. New Work rückt diesen Auftrag bewusst in den Fokus.
Praxisbeispiele aus Kommunen
New Work ist keine Theorie. In Wiesbaden entstand ein Labor für neue Arbeitsformen mit flexiblen Raumkonzepten. Der Schwarzwald-Baar-Kreis setzt auf Workshops und Beteiligungsformate, um Veränderungen gemeinsam mit Mitarbeitenden zu gestalten. Kommunen wie Olpe und Lippstadt entwickeln im Rahmen der REGIONALE 2025 moderne, bürgernahe Arbeitsmodelle. München stärkt mit Open-Government-Formaten Transparenz und Zusammenarbeit. In Baden-Württemberg begleiten Pilotprojekte im Rahmen des „Masterplans Verwaltung 2024“ den Wandel hin zu einer menschenzentrierten Organisation.
Herausforderungen von New Work in Behörden
New Work trifft im öffentlichen Dienst auf gewachsene Strukturen.
Technische Hürden:
Veraltete IT-Systeme, komplexe Beschaffungsverfahren und hohe Datenschutzanforderungen können Innovationen verlangsamen.
Kulturelle Faktoren:
Hierarchien, feste Entgeltgruppen und klare Zuständigkeiten sorgen für Stabilität – erschweren jedoch flexible Zusammenarbeit.
Rechtliche Vorgaben:
Mitbestimmung, arbeitsrechtliche Regelungen und das Legalitätsprinzip setzen Grenzen, die berücksichtigt werden müssen.
New Work ist daher kein kurzfristiges Projekt, sondern ein langfristiger Kulturwandel.
Wichtig zu wissen
New Work klingt gut – doch was heißt das im Behördenalltag wirklich? Die wichtigsten Fragen im Überblick:
In vielen Bereichen ja. Homeoffice und flexible Modelle sind inzwischen verbreitet – abhängig von Aufgabe und Organisation.
Ja. Auch Beamt:innen profitieren von moderner Führung, digitalen Prozessen und neuen Raumkonzepten.
Mehr Teamarbeit, projektbezogenes Arbeiten und die Möglichkeit, früh Verantwortung zu übernehmen.
Der Wandel ist im Gange. Viele Verwaltungen setzen neue Konzepte bereits konkret um.
Fazit: Verwaltung modern denken
New Work im öffentlichen Dienst bedeutet nicht, Bewährtes aufzugeben. Es geht darum, Strukturen weiterzuentwickeln und Arbeit sinnorientiert, flexibel und kooperativ zu gestalten.
Wer Verantwortung übernehmen und Verwaltung aktiv mitgestalten möchte, findet im öffentlichen Dienst attraktive Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Wer Verantwortung übernehmen und Verwaltung aktiv mitgestalten möchte, findet im öffentlichen Dienst attraktive Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten.
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